Selbstmanagement – Praxistipp 3

Faulenzen Liegestuhl am StrandEin kurzer Exkurs in die Personalführung: Nach wie vor ist die Literatur zum Thema Führung voll von Empfehlungen, wie Sie Ihre Leute motivieren können/sollen. Dabei würde es schon reichen, die eigenen Mitarbeiter nicht zu demotivieren. Nur dann entsteht Raum für Selbstmotivation. Im persönlichen Bereich ist es nicht anders. Es gilt die eigenen Demotivationsfaktoren zu identifizieren.

Wichtig für nachhaltige Selbstmotivation ist, herauszufinden was mir wirklich entspricht, was ich wirklich will (vergleiche auch Praxistipp 1 und 2). In der Regel sind wir aber mit Ideen, Wünschen und Anregungen beschäftigt, die von außen kommen oder die sozial erwünscht sind.

Für Vorhaben, die nicht uns selbst – unseren inneren Wünschen entsprechen, ist extrem viel Disziplin nötig. Bei dem was uns entspricht entsteht dagegen Freude an der Beharrlichkeit und zusätzlich stellt sich Leichtigkeit mit ein. Die Freude, von der wir hier sprechen hat nichts mit Euphorie zu tun. Euphorie wird zwar oft als extrem starke Motivation empfunden, ist aber nur von kurzer Dauer. Wir ordnen sie in die Rubrik „Strohfeuer“ ein.

Den Themen Motivation und Selbstmotivation sind zu Recht ganze Abhandlungen und Bücher gewidmet worden, wir beschränken uns an dieser Stelle auf drei kleine Anregungen.

  1. Fundierte Wert(ein)schätzung
    Notieren Sie ein wichtiges Vorhaben oder ein Ziel auf einem Blatt Papier. Formulieren Sie dann ein Negativ-Szenario: Was passiert, wenn ich dieses Ziel nicht erreiche? Welche objektiven und subjektiven Konsequenzen ergeben sich daraus?
    Was bedeutet das Scheitern für mich und mein Wohlbefinden?
    Im nächsten Schritt formulieren Sie das Positiv- Szenario: Antworten Sie auf dieselben, entsprechend positiv umformulierten Fragen. Diese Gegenüberstellung und Polarisierung ist eine echte Kraftquelle.
  2. Negative Selbstgespräche vermeiden
    Unser Unterbewusstsein speichert, was ihm der Verstand vorsetzt, selbst wenn es unsinnige Redensarten sind. Zum Beispiel „ist ja wieder typisch, dass mir das passiert“ oder „Ich komme immer zu spät.“
    Nehmen Sie Anerkennung und Komplimente mit einem einfachen „Danke“ an, statt sich abzuwerten („das war doch nichts Besonderes“, „war doch selbstverständlich“).
  3. Stress- /Demotivationsfaktoren identifizieren
    Stellen Sie sich bildhaft einen Heißluftballon vor oder zeichnen Sie ihn auf ein Blatt Papier. In den Ballon selbst schreiben Sie ihre Antworten auf die Frage: Was zieht mich rauf? In die Ballastsäcke schreiben Sie: Was zieht mich runter? Was belastet mich am meisten?Entwickeln Sie für jeden einzelnen Punkt eine eigene kleine Erfolgsstrategie.

Was hat nun unser innerer Schweinehund mit diesem Thema zu tun? Er meint es nur gut mit uns! Er möchte, dass es uns gutgeht. Jetzt. Er denkt nicht so gern ans Morgen. Aber er ist ein absoluter Profi in kurzfristiger Wunscherfüllung. Er ist ein netter Kerl, dem es nur ein bisschen an Weitblick fehlt. Trotzdem kann er uns wertvolle Dienste erweisen. Er schützt uns zum Beispiel vor Überforderung oder gibt uns den Hinweis, dass wir uns etwas vorgenommen haben, das wir gar nicht wollen. Aber Vorsicht! Der innere Schweinehund ist ein gekonnter Trickser. Nicht jede seiner Aktionen ist eine wertvolle Warnung. Oft versucht er uns Dinge einzureden, die einfach seiner Bequemlichkeit entsprechen. Betrachten Sie ihn nicht generell als Feind, aber bleiben Sie kritisch ihm gegenüber!