Selbstmanagement – Praxistipp 1

Version 2„Wer sich aufs Wesentliche konzentrieren will, muss Prioritäten setzen“ So lautet der Rat in der einschlägigen Literatur und in gängigen Leitfäden. Fragt sich nur, warum das leichter gesagt als getan ist.

Die Antwort ist fast banal aber …  „Wer keine Wünsche und Ziele hat kann keine Prioritäten setzen. Das Priorisieren setzt das Vorhandensein klarer Ziele voraus. Logisch. Fragt man die Menschen, ob sie Ziele haben, sagt jeder „Ja“. Auf das Nachsetzen: Was sind denn die fünf wichtigsten, werden die Antworten schon dünner. Und genauso dünn und kläglich muten dann die Versuche an, Prioritäten zu setzen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Was ist eigentlich das Wesentliche? Wesentlich (wichtig im Sinne meiner Prioritäten) ist, was meinen Zielen dient. Das mag für manchen egoistisch klingen. Egoistisch ist aber nur die Wahl der Ziele. Niemand käme auf die Idee, Mutter Theresa Egoismus vorzuwerfen, obwohl sie sich wie kaum eine andere auf ihr Hauptziel, den Aufbau von Krankenhäusern konzentriert hat. Nochmal: In der Wahl der Ziele liegt der Egoismus oder der Altruismus.

Was bedeutet das nun für Sie und diesen Praxistipp?

Fangen Sie klein an!

Bleiben Sie morgens für ein paar Minuten auf der Bettkante sitzen und versuchen sie auf die Sprache des Herzens zu hören. Sie ist leise, wir sind nicht mehr gewohnt auf sie zu achten. Dann beantworten Sie sich die beiden folgenden Fragen:

  1. Was ist mir  h e u t e  besonders wichtig? Worauf lege ich besonders Wert?
  2. Wie müsste der heutige Tag verlaufen, damit es für mich ein guter Tag wird?

Um das Gedachte nicht zu vergessen versuchen sie es mit einer Eselsbrücke, z.B. Haftnotizzettel am Bildschirm oder Kühlschrank, Eintrag in den Tageskalender, etc.. Damit  behalten sie während des Tages immer wieder den Wunsch des Morgens vor Augen– ohne rigide daran zu kleben.

Mit dieser Methode kann der Einstieg ins Prioritäten-Setzen gelingen.

Wer ein Profi werden will, sollte sich jedoch ein paar Stunden mehr Zeit nehmen für eigene Werteklärung. Die Suche nach Wünschen und Träumen sowie langfristigen Zielen.

Wer sich mit der Klärung seiner Werte beschäftigen möchte, kann kostenlos einen Satz Arbeitsblätter anfordern: Einfach ein Mail mit dem Stichwort „Werteklärung“ im Betreff an info@velemir-sorger.de schicken.

Als Chef eines Mitarbeiters fragen sie sich warum sie die Stelle geschaffen haben? Nennen sie fünf Voraussetzungen unter denen sie, ihrem Mitarbeiter gerne sein Gehalt zahlen. Nicht im Sinne von Aufzählen seiner zahlreichen Aufgaben, sondern im Sinne einer Komplexreduktion, d.h. auf den Hauptentlastungspunkt zu kommen, der für sie als Chef am wichtigsten ist.

Aus diesen fünf Voraussetzungen leiten sie die fünf Hauptaufgaben ihres Mitarbeiters ab.

Dasselbe gilt natürlich für sie selbst: Welches sind ihre fünf unternehmerischen Hauptaufgaben. Auf diese sollten sie den Löwenanteil ihrer Zeit verwenden. Ganz nach dem Motto: Wer ein Tennisprofi werden will, darf nicht die Hälfte seiner Zeit auf dem Golfplatz verbringen.

Gundula und Christian Velemir-Sorger